Bücherschau

Kliem, Susanne - Das Scherbenhaus

Ein an Düsterheit reicher Thriller

Das muss man mögen wollen. Ich persönlich mag es nicht. Ja, wat denn nu? Die Düsterheit, die Beklemmnis, das Grau-Schwarz, das Depressiv-Melancholische ... es erinnert mich so sehr an die Krimiserie mit Hannelore Hoger (Bella Block), wo eigentlich alles düster-grau war, selbst das spärliche Lachen. Und das ist ja wiederum schon fast ein Kompliment an die Autorin. Ganz so glaubwürdig sind die Figuren auch nicht, nebenbei bemerkt.
Also: wir befinden uns in Berlin und Umgebung. Carla Brendel ist Köchin und hat sich aufs Land zurückgezogen. Seit einiger Zeit bekommt sie seltsame und abstoßende Fotos unbekannter Herkunft, die menschliche Haut mit Verletzungen zeigen. Da sie sich nicht mehr sicher fühlt, passt es gut, dass ihre Halbschwester Ellen sie zu sich einlädt. Ellen wohnt in einem modernen Mehrparteienhaus, dem Safe Haven. Moderne Technik, höchste Sicherheit und eigene Regeln.
Die beiden Frauen treffen sich in einem Café – Ellen wirkt nervös und gehetzt. Ein Anruf. Ellen geht hinaus, um zu telefonieren. Kommt nicht mehr zurück. Carla geht in die Wohnung hinauf. Fühlt sich sicher. Später dann der Schock: Ellens Leiche wird aus der Spree geholt. Das Safe Haven sicher? Mitnichten. Was sich dann ergibt, ist ein Intrigenspiel der kompliziertesten Art. Ein an Düsterheit reicher Thriller ohne viel Action, aber mit sogenanntem Tiefgang. Wer’s mag.
Mario Reinthaler

Kliem, Susanne - Das Scherbenhaus
Roman. München: Carl’s Books 2017. 331 S. - br. : € 15,50 (DR)
ISBN 978-3-570-58566-5

 

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