Bücherschau

Peschka, Karin - FanniPold

Fannis Lebenswende in Rückblenden erzählt

Fanni lebt in Fadesse. „Rituale, überall. Das Private im Spind verstauen und sich mit der Supermarkt-Jacke in eine andere zu verwandeln. Statt ‚Mama‘ und ‚Fanni‘ zu ‚Frau Fanni‘ werden. Nach der Schicht mit der Jacke auch den Beruf ablegen und sich zurückverwandeln. Abrakadabra.“
Fanni ist stellvertretende Filialleiterin eines Supermarktes in der Provinz, Mutter zweier Kinder und Frau eines Mannes. Sie führt ein eingefahrenes Leben, mit typischen Frauenabenden in der Pizzeria, wo es auch einen Extra-Grappa aufs Haus gibt oder am Wochenende auch mal einen „Weiberbrunch“ in der Konditorei Rössl. Zu hinterfragen oder nachzudenken ist dabei nicht zu empfehlen, wenn man es doch bleiben lassen kann, wie in Fannies Fall, dann kann das eine gefährliche Wende nehmen oder der Beginn von etwas ganz Neuem sein. Bei Fanni beginnt es mit einer erfundenen Krebserkrankung und endet in den Wipfeln eines Baumes.
In Rückblenden erzählt Peschka von Fannis Lebenswende. Während sie mit ihrem Fallschirmlehrer in einem Fallschirmgurt in den Baumwipfeln hängt, lässt sie die letzten Wochen Revue passieren und der Leser ahnt vielleicht, dass dies mehr und mehr zu einer Lebensbilanz wird. Humorvoll, eigensinnig und nachdenklich ist Peschkas zweiter Roman nach ihrem vielbesprochenen Debüt „Watschenmann“. Spätestens mit diesem Roman hat sich Karin Peschka fest in die österreichische Gegenwartsliteratur eingeschrieben.
Julie August

Peschka, Karin - FanniPold
Roman. Salzburg: Otto Müller 2016. 309 S. - fest geb. : € 21,00 (DR)
ISBN 978-3-7013-1244-3


 

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