Bücherschau

Parrish, Maud - Mit leichtem Gepäck

Siebzehn Mal um die Welt

Parrish, Maud - Mit leichtem Gepäck
Siebzehn Mal um die Welt. München: Edition Erdmann 2016. 360 S. - fest geb. : € 24,00 (ER)
ISBN 978-3-7374-0031-2

Sie sollte Pianistin werden und wurde von den Eltern verheiratet. Doch mit 17 Jahren bricht Maud  aus der Ehe aus und unternimmt 1895 als junges Mädchen ihre erste große Reise. In ihrer Familie gibt es seit Generationen Vagabunden und Abenteurer, wie sie selbst schreibt, und so führt die Abenteuerlust das selbstbewusste und emanzipierte junge Mädchen aus Kalifornien in die ganze Welt. Allein oder in Begleitung von interessanten Menschen erlebt sie unglaubliche Abenteuer. Sie nimmt Strapazen auf sich, weil sie fremde Länder, Menschen und Kulturen kennenlernen will. So lebt sie unter Goldgräbern in Alaska, durchquert Sibirien mit der Transsibirischen Eisenbahn und wagt sich in Länder und Gegenden, die zu bereisen für Frauen oder Fremde verboten waren. Sie zieht mit Karawanen durch die Wüste, übersteht Tropenkrankheiten, erlebt Kriege und besucht 1936 die Olympischen Spiele im Nazi- Berlin, wo sie entsetzt ist über das zackige und militante Gehabe der Leute. Monatelang zieht sie in aller Welt durch die Gegend, lernt Diplomaten, Plantagenbesitzer und andere bedeutende Männer kennen, die ihr durch Beziehungen oder berufliche Stellung so manches außerordentliche Erlebnis ermöglichen. Sie hält sich oft Monate oder Jahre in einem Land oder einer Stadt auf, aber immer wieder treibt sie das Fernweh weiter. Sie bereist China, Indien, Lateinamerika, durchquert den Pazifik, hält sich im Orient, aber auch in Europa auf und schreibt endlich 1939 ein Buch über ihre Reiseerlebnisse. 1976 stirbt sie 98-jährig.
Ihr schillernder Reisebericht ist eine bunte Sammlung von ganz persönlichen Eindrücken in fremden Ländern. Sie erzählt sehr lebendig und unterhaltsam, ist eine hervorragende Beobachterin und hält mit ihrer treffenden Meinung nicht zurück. Ein lesenswertes Buch.
Traude Banndorff-Tanner

 

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