Bücherschau

Bjork, Samuel - Federgrab

Ein Beispiel von düsterem und brutalem Ausleben kranker Phantasien eines Mörders

Ein Botaniker und Naturforscher macht bei einer seiner Expeditionen in einem dichten, dunklen Wald eine grauenvolle Entdeckung. Er findet die Leiche eines jungen Mädchens, nackt, auf einer Lagerstätte aus Federn gebettet, umkränzt von einem Pentagramm aus Lichtern. Zu aller Schrecken hat die Tote noch eine weiße Blume zwischen ihren Lippen. Die Tote weist seltsame Abschürfungen an Händen und Beinen auf.
Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger stehen vor einem Rätsel. Bald erfahren sie, dass es sich um ein siebzehnjähriges Mädchen handeln muss, das aus einem Jugendheim bei Olso verschwunden ist. Doch die Rätsel werden immer mehr. Die Obduktion schockt mit der Feststellung, dass sich in ihrem Mageninhalt bloß Tierfutter findet.
Durch Zufall stößt Gabriel Mork von der Computerspezialistenabteilung auf ein in das Netz gestellt Video, das schreckliche Details über das Schicksal des Mädchens zeigt. Eingesperrt in einem finsteren Verlies musste es sich ihre Wasserration und ihre Nahrung, welche aus Trockenfutter für Tiere bestand, in einem Laufrad erlaufen. Im Hintergrund erscheint der Mörder in einem Federkleid einer Eule.
Nach seinem Erstlingsroman „Engelskalt“ setzt der Autor seine Art düstere Thriller zu schreiben fort. Das Ermittlerduo Holger Munch und Mia Krüger steht vor einer schwierigen Aufgabe, bei deren Lösung der Leser gerne dabei ist. Dennoch handelt es sich auch wie bei vielen norwegischen und schwedischen Kriminalromanen um ein Beispiel von düsterem und brutalem Ausleben kranker Phantasien eines Mörders. Wer solche Kriminalromane mag, dem sei dieser rabenschwarze Thriller empfohlen!
Peter Lauda

Bjork, Samuel - Federgrab
Thriller. München: Goldmann 2016. 478 S. - br. : € 13,40 (DR)
ISBN 978-3-442-20525-7
Aus dem Norw. von Gabriele Haefs

 

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