Bücherschau

Camilleri, Andrea - Aussetzer

Ein Roman um Liebe, Hass und Geldgier

Marco De Blasis ist Geschäftsführer eines bedeutenden italienischen Großunternehmens. Strategische Klarheit, aber auch List und Korruption zählen zu seinen Stärken.
Eines Tages kommt seine Firma durch die internationale Finanzkrise arg ins Schleudern. Tausende Mitarbeiter sollen entlassen werden. Eine Produktionsstätte soll sogar vorübergehend geschlossen werden. Die Gewerkschaften laufen Sturm. Es gibt Proteste.
Mitten in diesem Trubel hat De Blasis eines Tages ein Blackout, einen geistigen Aussetzer, der ihn vorübergehend handlungsunfähig macht. Dies darf unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen. Doch das Blackout wiederholt sich und sein Arzt rät ihm, eigene Autofahrten zu unterlassen. Der Firmenboss ahnt jedoch nicht, dass auch gegen ihn selbst Intrigen laufen, in welche seine engsten Vertrauten verstrickt sind.
Ein Roman um Liebe, Hass und Geldgier, um den beinharten Konkurrenzkampf in der Wirtschaft, wo einzig und allein Profit zählt. Ein aktueller Roman von Andrea Camilleri, der sich durch seinen Realismus stark von den Montalbano-Krimis aus Sizilien abhebt. Hier zeigt sich die Realität. In der Liebe über Leichen gehen, im Konkurrenzkampf bis an die gesundheitlichen Grenzen driften, die bisweilen überschritten werden. So ist das bittere Ende wohl absehbar!
Wenn man sich in dem kurzen Roman Camilleris an die Vielzahl der handelnden Personen gewöhnt hat, diese dann auf die beiden Hauptkontrahenten reduziert hat, fesselt den Leser ein spannender und kalter Wirtschaftskrimi, der stark beeindruckt!
Peter Lauda

Camilleri, Andrea - Aussetzer
Roman. Reinbek: Rowohlt 2016. 201 S. - br. : € 10,30 (DR)
ISBN 978-3-499-25759-9
Aus dem Ital. von Markus Kayser

 

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