Bücherschau

Elfrath, Lena - Die Liebe ist ein Schmetterling

Vier grundverschiedene Menschentypen aus verschiedenen gesellschaftlichen Milieus

Fiona, das vergnügungssüchtige Model, Aline, die selbstlose Gattin, Achim, der narzisstische Karrierist, Maik, der freiwillige Obdachlose. Die Autorin betrachtet in diesem Roman vier grundverschiedene Menschentypen aus verschiedenen gesellschaftlichen Milieus und unterschiedlichen Lebenshaltungen. Allesamt aber entsprechen der heutigen Gesellschaft und widerspiegeln die derzeitige Realität. Man könnte ihnen tatsächlich überall begegnen. Ob in Städten, Stadtvierteln oder unansehnlichen Vororten.
Gekonnt und eindrucksvoll bietet Lena Elfrath anhand ihrer Akteurinnen/ Akteure durchaus realistische Lebensentwürfe in aktuellen Lebensbereichen, wie Arbeit, Freundschaft, Essen, Feiern, Freiheit, Kleidung, Geld, Selbst-Bilder, Zuhause, Lügen und Glaube, Zeit, Fremdheit, das andere Geschlecht, Musik und Sex. Alle viere haben aber eines gemeinsam, sie wollen die Schranken ihres bisherigen Lebens aufbrechen, stellen ihr bisheriges Leben in Frage und begeben sich auf die Suche nach Freiheit, Echtheit und neuem Lebenssinn. Dabei begegnen sie einander, bleiben sich aber völlig fremd und stehen am Ende an einem fundamentalen, schwer zu bewältigenden Wendepunkt.
Die Autorin präsentiert uns in ihrem Debütroman, für den sie ziemlich waghalsige Recherchen unternommen hat, ungeschminkt und total nachvollziehbar und glaubhaft kritische Momentaufnahmen und Abbilder unserer heutigen Gesellschaft. Dabei tut sich ein bedrückendes Spannungsfeld an ungehemmter Selbstverwirklichung, exzentrischer Selbstdarstellung und viel zu spät gekommener Selbsterkenntnis auf. Ein überaus lesenswertes Buch, aus dem man möglicherweise für sich selbst Anregungen und Verhaltensweisen ableiten kann.
Adalbert Melichar

Elfrath, Lena - Die Liebe ist ein Schmetterling
Roman. Frankfurt: Weissbooks 2016. 436 S. - fest geb.: € 24,70 (DR)
ISBN 978-386-337-106-7

 

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