Bücherschau

Holland, Tom - Mohammed

Der Koran und die Entstehung des arabischen Weltreichs

Niemand ahnte um die Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert, dass die Araber eine weltgeschichtliche Revolution herbeiführen würden. Ausgehend von den legendenumrankten Lebensbeschreibungen des Propheten, schildert der britische Historiker Tom Holland das politische Wirken Mohammeds und der Kalifen bis zur Gründung Bagdads im Jahre 762. Im Zentrum stehen die geistig-politischen Umwälzungen und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Großmächten der damaligen Zeit. Zugleich spürt er den tiefer liegenden Gründen nach, warum und wie Mohammeds Offenbarungen in einem abgelegenen Winkel der damaligen Welt und seine unbedingte Forderung nach einer Unterwerfung unter Allah der menschlichen Zivilisation ein neues Gesicht gaben.
Tom Holland erzählt den erstaunlichen Aufstieg der Araber im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. zu einer imperialen Weltmacht, die die antiken Reiche ablöste. Brillant und mit historischem Scharfsinn schildert er die ungeheure Dynamik, mit der der Islam in religiös-politischen Konflikten mit Juden und Christen die antike Welt von Grund auf veränderte. Er verbindet die Geschichte verschiedener Weltreiche und Weltreligionen, von Kaisern, Propheten, Glaubenskriegern und Ketzern zu einem grandiosen Panorama. Es ist ein umfangreiches Thema, ein dickes Buch, das sich jedoch spannend und mit großem Vergnügen lesen lässt.
Simon Berger

Holland, Tom - Mohammed
Der Koran und die Entstehung des arabischen Weltreichs. Stuttgart: Klett-Cotta 2017. 542 S. kt. : € 15,40 (GE)
ISBN 978-3-608-96146-1

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur