Bücherschau

Aichner, ‚Bernhard - Interview mit einem Mörder

Der vierte Krimi um den Kult-Totengräber Max Broll

Jetzt ist er da, der vierte Krimi um den Kult-Totengräber Max Broll. Und neuerlich sorgt Bernhard Aichner damit für Furore. Wer bis jetzt diesem Autor aus irgendwelchen Gründen aus dem Weg gegangen ist, der kehre unverzüglich um und geselle sich zu den vielen Aichner-Fans hinzu. Worum geht es in diesem spannungsgeladenen Kriminalroman?
Max Broll verbindet eine unzertrennliche Freundschaft mit dem ehemals legendären, aber finanziell abgewirtschafteten österreichischen Ex-Fußball-Star Johann Baroni. Dieser will neuerlich mit einer Würstelbuden-Kette als Unternehmer durchstarten. Aber bereits bei der feierlichen Eröffnung der ersten Würstelbude im Heimatort von Max Broll, einem kleinen malerischen Urlauberdörfchen, wird Baroni von einem Unbekannten angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Max hat jedoch den Täter bei seiner Tat entdeckt. Einen, wie es scheint, biederen Urlauber! Aber als er sich der Polizei anvertraut, schenkt man ihm keinen Glauben. Im Gegenteil! Nicht einmal seine geliebte Stiefmutter Tilda, eine Ex-Polizistin, nimmt seine Aussage ernst.
Also heftet sich Max auf eigene Faust an die Fersen des mutmaßlichen Mörders namens Konrad Maria Fink aus Wuppertal, wie sich später herausstellen sollte. Zusammen reisen beide im Zug nach Italien. Als Fink auf ein Kreuzfahrtschiff entschwinden will, gelingt es Max Broll durch Zufall und dank der Hilfe einer deutschen Journalistin, ebenfalls an Bord zu gelangen. Dort findet er nicht nur Gewissheit, dass es sich bei Fink um einen psychopathischen Massenmörder handelt, sondern auch, mit der Journalistin Anna, eine neue Liebe. Als er mit ihr in sein Dorf zurückkehrt, muss er erfahren, dass es Fink, der mit beiden ein grausames Verwirrspiel treibt, bereits gelungen ist, Max wegen eines Mordfalles, der auf der Reise passiert ist, selbst unter Mordverdacht zu bringen, indem er diesem belastende Beweisstücke unterschiebt. Nachdem Fink Max und Anna hinterhältig in eine tödliche Gefahr bringt, wird er von Max an einen geheimen Ort gewaltsam entführt. Dort zwingt dieser, Fink zu einem „russischen Roulette-Spiel“, einem Glücksspiel mit einer scharf geladenen Pistole, in der sich lediglich eine Patrone befindet. Einer der Kontrahenten verliert dabei sein Leben.
Dieser Kriminalroman ist neuerlich ein spannungsgeladener Volltreffer des bekannten Autors. Die teilweise rüde Sprache im abgehackten Stakkato, die eingebauten handlungstreibenden Dialoge, der immer wieder aufglimmende schräge Humor bringen das auf den Punkt! Man mag das Buch kaum aus der Hand zu legen, ehe man nicht das Ende kennt.
Adalbert Melichar

Aichner, ‚Bernhard - Interview mit einem Mörder
Ein Max-Broll-Krimi. Innsbruck: Haymon 2016. 287 S. - fest geb.: € 19,90 (DR)
ISBN 978-3-7099-7133-8


 

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