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Bücherschau

Cleveland, Karen - Wahrheit gegen Wahrheit

Ein furioser Thriller

John Grisham schreibt am Cover: „Ein furioser Thriller, den man geradezu verschlingt.“ Dem kann ich mich nur anschließen! Voll und ganz!
Vivian Miller arbeitet bei der CIA. Sie ist keine Agentin, sondern sitzt im Büro und schreibt Computerprogramme, die Feindeszellen ausfindig machen sollen. Darin ist sie gut. So gut, dass sie eines Tages wirklich auf einen russischen Agentenring stößt, der seine amerikanischen (angeworbenen) Schläfer mit Fotos dokumentiert hat. Sie öffnet die fünf Fotos und wird bei einem blass bis totenbleich, sie schaut ihrem Mann in die Augen. Matt hat sie kennen gelernt, als sie frisch nach Washington übersiedelt ist, sie sind “aneinander geraten” und Vivian hat ihm ihren Kaffee aufs Hemd geschüttet. Dann folgte ein zweites, “zufälliges” Treffen und danach dieHochzeit. Es folgten vier Kinder, ein Haus, ein Garten, Arbeitsstress und fast 10 Jahre Glück.
Jedoch: sie hat nie seine Eltern kennen gelernt (und das hat einen triftigen Grund!) und sie durfte nach der Geburt der Kinder nie lange zu Hause bleiben, denn Matt hat sie eigentlich bald wieder zur CIA arbeiten geschickt – wegen des Geldes. Matt ist der perfekte Vater, er kümmert sich ums Essen, macht den Haushalt, geht arbeiten, holt die Kinder ab und dann findet sie in einem Karton im Kleiderkasten eine Waffe. An dem Abend, als sie ein paar Stunden vorher sein Bild in dieser Datei entdeckt hatte, wird sich ihr Leben grundlegend ändern. Sie konfrontiert Matt damit und rechnet mit allem, nur nicht, dass er es einfach zugibt. “Ja, ich wurde vor vielen Jahren in die USA geschickt, um zu spionieren. Aber meine Gefühle für dich und die Kinder sind echt.” Eigentlich müsste sie ihn sofort bei der Polizei und der CIA und dem FBI anzeigen, sich selbst anzeigen, müsste sofort zu ihrem Chef gehen und kündigen. Aber, was wird aus den Kindern? Was ist mit ihrer Familie? Matt liebt sie doch, oder? Vivian, die brillante Analystin beurteilt die Situation mit dem Herzen, anstatt mit der Vernunft und gerät in Teufels Küche bzw. In den Strudel der Geheimagenten aus Ost und West.
Was nun folgt, ist zum Nägelbeißen, ist spannend bis zum Mitfiebern, wär’s ein Film, man würde mitreden, würde Vivian zurufen: Vorsicht, hinter dir! Und vor allem: es gibt keinen einfachen Schluss und so manch geübter Thriller-Leser/in wird erst auf den allerletzten Seiten ahnen, dass es das noch nicht war. Da kommt noch was. Und schon fährt der Hammer durch die Wand – ein Finale, wie es beklemmender nicht sein könnte. Ob da vielleicht ein zweiter Teil schon mitgedacht wurde? Wünschen würde man es sich. Die Autorin war selbst als Analystin in der Russlandabteilung der CIA tätig und man merkt, dass sie vom Fach ist. Ein hervorragendes Debüt.
Mario Reinthaler

Cleveland, Karen - Wahrheit gegen Wahrheit
Roman. München: btb 2018. 350 S. – kt. : € 12,40 (DR)
ISBN 978-3-442-71674-6

 

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