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Bücherschau

Altrichter, Helmut - Stalin

Der Herr des Terrors

Jossif (Josef) Wissarionowitsch Dschugaschwilli, den die Welt unter dem Decknamen „Stalin“ kennt, war einer der abscheulichsten, erbarmungslosesten Figuren der Weltgeschichte. Er wurde am 21. Dezember 1879 in Gori (Georgien) geboren. Das Muttersöhnchen (der Vater war ein notorischer Säufer) wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Die fromme Mutter schickte den Zehnjährigen in das Priesterseminar nach Tiflis, aus dem er nach ein paar Jahren relegiert wurde. Der hellwache, mit einer scharfen Intelligenz begabte junge Mann schloss sich antizaristischen Untergrundzirkeln an, organisierte Streiks und Demonstrationen. Aus diesem Grund wurde er mehrmals verhaftet und exiliert. 1917 kehrte er aus der sibirischen Verbannung nach Petrograd (St. Petersburg) zurück und wurde nach der bolschewistischen Revolution von Lenin mit dem Amt eines Volkskommissars betraut. 1922 avancierte er zum Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und war im Zentrum der Macht angekommen.
Nach Lenins Tod entledigte sich Stalin mit skrupelloser Rücksichtslosigkeit seiner Gegner und übernahm die alleinige Staatsführung. Seiner Herrschaft fielen Millionen von Menschen zum Opfer. Der Grundbesitz der Großbauern (Kulaken) wurde in Kolchosen umgewandelt, die Führungskräfte in der Partei und in der Wirtschaft wurde zu Volksfeinden erklärt und erschossen, ethnische Minderheiten zwangsdeportiert.
Aus dem von Adolf Hitler vom Zaun gebrochenen Zweiten Weltkrieg ging der „Generalissimus“ gemeinsam mit den „Westmächten“ als Sieger hervor. In den Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam setzte der Georgier einen Großteil seiner Gebietsansprüche durch. Zahlreiche Staaten in Ost- und Mitteleuropa kamen unter kommunistische Herrschaft, die Sowjetunion stieg zur Supermacht auf, der Stalinkult trieb üppige Blüten. Erst sieben Jahre nach seinem Tod (1953) übte Nikita Chruschtschow in einer Geheimrede auf dem 20. Parteitag der KPdSU heftige Kritik am Genossen Stalin und löste damit eine Entstalinisierungswelle aus, die heute weitgehend verebbt ist. Der blutrünstige Unmensch ist in Russland rehabilitiert.
Helmut Altrichter, ein ausgewiesener Stalin-Experte, legt hier eine objektive, detailreiche, gut lesbare Biographie vor.
Friedrich Weissensteiner

Altrichter, Helmut - Stalin
Der Herr des Terrors. München: Beck 2018. 352 S. - br. : € 17,50 (BI)
ISBN 978-3-406-71982-0

 

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