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Bücherschau

Unger, Heinz Rudolf - Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen

Politische Lyrik

Heinz Rudolf Ungers kämpferische Verse begeisterten einst die links Bewegten der heimischen 68er-Generation. Beim Wiederlesen seiner holzschnittartig gezimmerten Reime erfasst einen ein Gefühl der Nostalgie, ja der Rührung. Es ist ja Ungers letztes Buch, das man in der Hand hält. Seinen 70. Geburtstag am 7. August dieses Jahres hat der gelernte Schriftsetzer, der sich als Autodidakt und Weltenbummler in der Schule des Lebens zum Werbefachmann und kritischen Schriftsteller bildete, nicht mehr erlebt. Dass er aber ausgerechnet am 12. Februar 2018 verstorben ist, am Jahrestag der heroischen Niederlage des österreichischen Arbeiteraufstandes, mag als symbolisch gelten.
In einem bekenntnishaften Satz formuliert Unger: „Ich habe in meiner Jugend die Kitschfilme des Franz Antel, die Schmalzfetzen des Heino oder des Peter Alexander und sogar das Süßholzraspeln des Heinz Conrads als perfide Strategie zum Ruhighalten verstanden, als eine raffinierte Form von Klassenkampf, gerade weil sie sich so unpolitisch gaben.“
Die hier gesammelte politische Lyrik und die Unger‘schen Liedertexte machen deutlich, dass dieser unerhört produktive Schriftsteller den Idealen und Abneigungen seiner Jugend treu geblieben ist. Auch wenn heute manches zu vereinfacht klingt: Heinz Rudolf Ungers lyrisches Werk ist authentisch, gerade auch in seiner Prägung durch existenzielle Enttäuschungen. Es ist bis zum Ende Ausdruck von bitterem Humor, aber auch von unbeugsamer Widerständigkeit.
Robert Schediwy

Unger, Heinz Rudolf - Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen
Politische Lyrik. Wien: Mandelbaum 2018. 140 S. - kt. : € 19,90 (DL)
ISBN 978-3-85476-562-2

 

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