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Bücherschau

Cvancara, Karoline - Horak hasste es, sich zu ärgern

Der grantige Professor und die frisch geschiedene, lebenslustige Frau

In Karoline Cvancaras bereits dritten Roman steht Professor Erwin Horak, seines Zeichens Lehrer für Physik und Mathematik an einem Josefstädter Gymnasium, im Mittelpunkt der Handlung. Er ist ein typischer Wiener Grantler, d.h. ein Misanthrop und Nörgler, der ständig schlechte Laune hat und andere Menschen abweisend behandelt.
Erwin Horak sitzt jeden Tag an seinem Stammtisch im Josefstädter Kaffeehaus Hummel, der für ihn alleine immer reserviert ist, und trinkt dort sein Bier, isst ein Menü und liest die Tageszeitungen. Einmal in der Woche spielt er im Hummel mit seinem Freund Kurt Gruber, ein eben erst pensionierter Kollege und Lateinlehrer, Karten. Kurt hat einen Pensionsschock, er kommt mit der plötzlichen Freizeit und ohne geregelten Tagesablauf nur sehr schlecht zurecht.
Eines Tages setzt sich Elfriede Steiner, eine frisch geschiedene, lebenslustige Frau ungefragt an Horaks Tisch und zieht dadurch seine Empörung auf sich. Doch Elfriede lässt sich nicht vertreiben und kommt jeden Abend wieder, um sich mit dem grantigen Professor zu unterhalten, der aber nur seine Ruhe haben will. Elfriede gelingt es aber, den Misanthropen mit vielen Fragen und Charme dazu zu bringen, dass er mit ihr ein Gespräch beginnt. Themen wie Familie, Beruf und Weltanschauung werden besprochen und nachdem Erwins Freund Kurt einen Herzinfarkt erleidet, beginnt Horak Elfriede näher an sich ranzulassen.
Der Roman besteht zu einem Großteil aus den Dialogen zwischen Erwin und Elfriede, aber Karoline Cvancara gelingt es sehr gut, den Figuren Ecken und Kanten zu verleihen. Und irgendwie ist das Buch auch eine Hommage an das alteingesessene Wiener Kaffeehaus Hummel.
Rudolf Kraus

Cvancara, Karoline - Horak hasste es, sich zu ärgern
Roman. Wien: Wortreich 2018. 236 S. - br. : € 14,90 (DR)
ISBN 978-3-903091-40-5

 

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