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Bücherschau

Taschler, Judith W. - David

Einfühlsam erzählte Lebensgeschichte

Die erste Begegnung zwischen Magdalena und Jan ist ziemlich seltsam. Jan möchte – wie an jedem Todestag, seit vor fünf Jahren seine Mutter dort ums Leben gekommen ist – unter dem Ahornbaum einen Strauß Nelken niederlegen. Das waren ihre Lieblingsblumen und dort hat er sie damals gefunden – eingeschneit und kopfüber in ihrem Auto. Magdalena erwischt ihn dabei, wie er auf ihrem Grund und Boden das Papier der Blumen achtlos wegwirft – ist ja schon egal, denkt er, bei der Unordnung, die dort herrscht, das Haus und Grundstück verwahrlost, weil dort fast dreißig Jahre niemand gewohnt hat. Aber jetzt ist Magdalena wieder zurück in dem Haus, wo sie einen Teil ihrer Kindheit verbringen durfte, bis ihre geliebte Oma starb, als sie zwölf war, und dann ins Heim musste, weil ihre Eltern tödlich verunglückt waren, als Magdalena erst sechs war. Sie hat das Haus geerbt, lange Zeit wollte sie nicht zurückkommen. Aber als auch ihre letzte Beziehung in die Brüche gegangen war, wusste sie, dass es an der Zeit war, endlich heimzukehren.
Und dann kommt der junge Mann daher – Anfang zwanzig vielleicht – und wirft dort einfach das Papier weg, will Nelken unter ihren geliebten Ahornbaum legen. Er war es auch, der damals das Kreuz in den Baumstamm geritzt hat. Jetzt ist der Baum kaputt und Jan wird der Baumschändung bezichtigt und unter Androhung der Polizei des Grundstückes verwiesen. Dass diese Begegnung nicht ihre letzte sein soll, wissen die beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ebenso wenig wie sie erahnen können, welches Schicksal die beiden miteinander verbindet.
Judith W. Taschler erzählt einfühlsam die Lebensgeschichte ihrer Protagonistin Magdalena. Ihr Schicksal wird den geneigten Leser nicht unberührt lassen und es wird schwierig, das Buch aus der Hand zu legen.
Sabine Diamant

Taschler, Judith W. - David
Roman. München: Droemer Knaur 2017. 236 S. - fest geb. : € 20,60 (DR)
ISBN 978-3-426-28133-8

 

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