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Bücherschau

Liptrot, Amy - Nachtlichter

Ein schmerzhafter und intensiver Selbstfindungsweg

„Ein Grund, warum Alkohol süchtig macht, ist die Tatsache, dass er nicht ganz funktioniert. Es ist schwer, von etwas genug zu bekommen, das nur beinahe funktioniert.“ Amy Liptrot, geboren und aufgewachsen auf den Orkneyinseln, kehrt nach Jahren auf dem Festland, der beruflichen Findung und der persönlichen Suche, auf die Insel ihr Herkunft zurück –besser gesagt strandet. Ihre Neugier und ihr Lebenshunger haben ihr viele Türen geöffnet, aber auch die destruktiven Seiten ihrer exzessiven Lebensgier zutage gebracht. Sie fährt ihr Leben buchstäblich an die Wand. Sie verliert ihre Arbeit, Freunde und erkennt schließlich die Schwere ihrer Alkoholsucht, mit der sie versucht hat, die Leere in sich zu füllen. Amy Liptrot gelingt es mit der äußeren Reise, die sie in Naturerlebnissen, menschlichen Begegnungen beschreibt, auch eine innere Reise zu sich selbst anzustoßen. Je intensiver sich Amy mit dem Inselleben beschäftigt, desto deutlicher erkennt sie auch die Mechanismen ihrer Suchterkrankung und erfährt der Leser auch über diesen Leidensweg, der zu einem schmerzhaften und intensiven Selbstfindungsweg wird.
„Wer im Wind aufwächst, wird stark, windschlüpfrig und gewieft darin, Schutz zu suchen.“ Amy braucht viele Jahre, um diese einfache Erkenntnis in ihrem eigenen Leben zu realisieren. Amy Liptrot ist Journalistin und das kommt auch diesem Buch zugute, denn die Schwere des Inhalts wird mit kurzweiligen Naturschilderungen und pointierten Erkenntnissen ihre Erzählerin getragen. Nicht umsonst wurden ihr für Ihren Erstling zahlreiche Preise zuerkannt. Einen persönlichen, eindrucksvollen und ungewöhnlichen Roman legt die schottische Autorin mit ihrem Debüt vor, das hoffentlich nicht ein Einzelfall bleibt.
Julie August

Liptrot, Amy - Nachtlichter
München: btb 2017. 347 S. - fest geb. : € 18,50 (DR)
ISBN 978-3-442-75733-6

 

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