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Bücherschau

Høyer, Ida Hegazi - Das schwarze Paradies

Suche nach Erlösung auf einer unbewohnten Vulkaninsel

War es in Christian Krachts Roman „Imperium“ August Engelhardt, der sich am Beginn des letzten Jahrhunderts in die Südsee mit dem Ziel aufmachte, seine Utopie einer besseren Welt in einem neuen Staat und einer entsprechenden Religion zu begründen, sucht in Ida Hegazi Høyer viertem Roman der Arzt Carlo Ritter Erlösung aus seinem gemächlichen Leben in Deutschland Ende der 1920er Jahre auf einer unbewohnten Vulkaninsel, die zu den Galapagos zählt.
Individualismus gepaart mit Vegetarismus sollen Ritters misanthropische Seele retten. Doch die menschliche und kultivierte Natur konfrontiert mit der Natur des Insellebens erfährt bald einen harten Realitätsabgleich. Ritter rettet sich aus dem Auf-sich-geworfen-sein, indem er seine Erlebnisse aufschreibt. Seine Berichte erreichen das Festland und bringen ein Jahr später Heinzel Wittermann und seine schwermütige und schwangere Ehefrau Marie dazu, ihr Hab und Gut zu verkaufen, um Carlo Ritter auf die Insel zu folgen. Dass der Mensch ein Einzelwesen und ein soziales Wesen zugleich ist, steht in jedem Lehrbuch der Soziologie und wird auch in diesem Roman nachgewiesen. Die Gemeinschaft richtet sich ein und wird schließlich von einer Baroness mit ihrem männlichen Hofstaat, die den Herrschaftsanspruch stellt, auf eine harte Probe gestellt.
Ida Hegazi Høyer fand die Inspiration für ihren Roman auf einer Reise auf die Galapagosinseln. Die Geschichte hat einen historisch wahren Kern in der Figur des Dr. Friedrich Ritter und der sogenannten Galapagos-Affäre, die 1934 mediale Aufmerksamkeit erlangte, da auf der Insel Floreana drei Menschen auf mysteriöse Weise verschwanden.
Julie August

Høyer, Ida Hegazi - Das schwarze Paradies
Roman. Salzburg: Residenz 2017. 223 S. fest geb. : € 20,00 (DR)
ISBN 978-3-7017-1686-9

 

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