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Bücherschau

Nothomb, Amelie - Töte mich

Feinnervige Märchennovelle

Es war ein Graf mit Namen Neville, der hatte drei Kinder, wovon seine jüngste Tochter Sérieuse die schwierigste war und eines Tages verschwand. So beginnt Amelie Nothomb neueste Geschichte „Töte mich“. Graf Neville findet sein Kind im Wald im Hause einer Wahrsagerin wieder, welches er mit der Prophezeiung der Wahrsagerin verlässt, dass er bei seiner alljährlichen Gartenfeier auf Château du Pluvier jemanden töten wird.
Absagen möchte Graf Neville das legendäre Fest nicht, denn es könnte das letzte sein, denn das Gut ist verschuldet und es droht der Verkauf. Also muss jemand ausgewählt werden, der bei dieser Gartenfeier sterben soll. Mit Empfängen in herrschaftlichen Gemäuern und deren Etiketten kennt sich Amelie Nothomb, die Tochter eines Diplomaten, bestens aus. Auch den einstigen Familiensitz Schloss Le Pont d’Oye, den ihr Onkel 1932 kaufte, erwähnt sie in ihrem unheimlichen Märchen. Doch nicht nur mit der Etikette, sondern auch wie man mit Einstellungen spielt und Vorstellungen bricht, ist die Erfolgsautorin vertraut.
Dass sich schließlich die eigene Tochter dem Vater als Opfer anbietet, überrascht Nothomb-Leserin nicht wirklich. Doch die Raffinesse, diese schwierige Beziehung innerhalb der Familie in wenigen Sätzen zu skizzieren und die launigen Dialoge zwischen Vater und Tochter zeugen von der Raffinesse und Eleganz dieser virtuosen Schreiberin. Nothombs Märchennovelle ist ein unterhaltsames und feinsinniges Stück Literatur, das sich stimmig in ihren Werkkomplex fügt.
Julie August

Nothomb, Amelie - Töte mich
Roman. Zürich: Diogenes 2017. 110 S. - fest geb. : € 20,60 (DR)
ISBN 978-3-257-06989-1

 

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