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Bücherschau

Reyer, Sophie - Schildkrötentage

Lebensentwürfe und Vorstellungen eines guten Lebens

„Geht dir jemand auf den Nerven, einfach Glieder einziehen. Nie wieder Sonne, nie wieder Licht, nie wieder Leben. Das war die Devise von Schildkröten. Und meine war es auch geworden.“ Alles beginnt mit einer Falte in ihrem Gesicht, die Flora in ihren Dreißigern, zum Nachdenken über ihr bisheriges Leben bringt.
Flora ist am Beginn des Romans Single, arbeitet als Grafikdesignerin, wohnt in der Rembrandtstraße im 2. Wiener Bezirk, hat einen überschaubaren Freundeskreis und ist mit ihren Überlebensstrategien bis dato gut zurechtgekommen. Doch die Veränderung im Gesicht und die Begegnung mit dem neuen Nachbarn stehen am Beginn dieser Wandlungsgeschichte, die Sophie Reyer in ihrem nunmehr dritten Roman fast nonchalant erzählt. Flora sinniert über ihr Leben, dazwischen erfolgen alltägliche Verrichtungen, werden Ärzte und Therapeuten aufgesucht und Freunde wie Heike und Herbert zu Lebensentwürfen und Vorstellungen eines guten Lebens befragt. „Die Menschen wissen nicht, wie sie einander seelisch nähren soll, denke ich, als ich mich wieder den Tisch nähere und sehe, dass Heike einen riesigen Teller mit Kuchen aufgebaut hat.“
In den Gesprächen und Zusammentreffen mit ihrem Nachbarn Semir teilt sie nicht nur ihre Faszination für Meeresschildkröten, sondern erhält durch die Gespräche mit ihm, die auch einen großen Teil des Buches ausmachen, einen neuen Blick auf die Welt und ihr Leben. Letztlich: Love rules.
Julie August

Reyer, Sophie - Schildkrötentage
Roman. Wien: Czernin 2017. 248 S. fest geb. : € 22,00 (DR)
ISBN 978-3-7076-0615-7

 

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