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Bücherschau

Payer, Peter - Quer durch Wien

Geschichten, Entwicklungen und Besonderheiten

Zum dritten Mal führt uns der vielfach ausgezeichnete Historiker und Stadtforscher Peter Payer durch die Stadt Wien und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Dinge, die heute als so selbstverständlich gelten, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. In 30 Essays, die in verschiedenen Tageszeitungen erschienen waren, berichtet er Geschichten, Entwicklungen und Besonderheiten von kaum beachteten Objekten und Einrichtungen. Sie sind die „Accessoires“ einer Stadt, die deren Erscheinungsbild ebenso, aber unauffällig, prägen wie Kirchen, Häuser und Türme.
Es sind oft Kleinigkeiten, die im 19. Jahrhundert ebenso sorgsam konstruiert und geschmückt wurden wie die großen und bedeutenden Architekturbauten. In den Anfängen der Ringstraße etwa wurden Litfaßsäulen, Straßenlaternen, Baumschutzgitter oder Sitzbänke ebenso ästhetisch vollendet geschaffen wie die Ringstraßenbauten selbst. Auch die Uhren auf öffentlichen Plätzen waren dem Geschmack angepasst und saßen auf reich verzierten eisernen Kandelabern. 1865 war die erste Ständeruhr aufgestellt worden. Später wurden alle durch moderne Würfeluhren ersetzt. Besondere Erwähnung findet die wunderschöne Ankeruhr. Auch sorgfältig ausgeführte Wetterhäuschen fanden in Parkanlagen ihren Platz.
Zu den nützlichen Einrichtungen einer Stadt gehören auch Aufzüge und Rolltreppen. Erwähnt werden Personenaufzüge, die mit ihren Plüschsitzen und Spiegeln oft wie kleine behagliche Salons eingerichtet waren. Heute sind rund 44.000 Lifte in Wien in Betrieb. Die Lifte im Donauturm waren 1964 mit 6,2m/Sek die schnellsten Lifte Europas. Ein langsameres Beförderungsmittel zwischen Stockwerken stellt der Paternoster dar, und es ist kaum zu glauben, dass Wien einst die „Paternosterweltmetropole“ war.
Erwähnung finden auch die sanitären Verhältnisse Wiens, die durch regelmäßige Reinigung der Straßen sowie deren Bepflasterung und Asphaltierung wesentlich verbessert werden konnten. Ein besonderes Problem war und ist der Lärm in der Stadt. Vor allem die vielen Baustellen im 19. Jahrhundert, aber auch Hufeschlagen, Kutschergeschrei, Rumpeln der Räder, Anpreisungsrufe von Lavendelfrauen oder Kesselflickern, Scherenschleifer, Straßenmusiker, Werkelmänner und viele andere Geräusche trieben den Lärmpegel damals in die Höhe. Weitere interessante Kapitel beziehen sich auf das Problem der Luftverschmutzung in der Stadt und auf neue Anwendungen des Lichts in der Architektur. Betont wird auch die Innovationskraft der Stadt und ihre Bedeutung als Labor der Zukunft. Da sie sich immer im Wandel befindet, ermöglichen ihre urbanen Rahmenbedingungen Kreativität und Innovation.
Eine lesenswerte Lektüre für neugierige Leser, die sich über die allgemein bekannten Wiener Sehenswürdigkeiten und Geschichten hinaus interessieren.
Traude Banndorff-Tanner

Payer, Peter - Quer durch Wien
Wien: Czernin 2017. 256 S. - kt. : € 23,00 (EH)
ISBN 978-3-7076-0624-9

 

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