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Bücherschau

Slupetzky, Stefan - Die Rückkehr des Lemming

Ein eigenwilliger und hintergründiger Kriminalroman

„Der Mensch ist der Windstoß unter den Bäumen. Wenn ihm die Natur etwas geschenkt hat, das ihn von der Pappel unterscheidet, ist es weniger sein weiches Hirn als vielmehr sein bipedischer Bewegungsapparat …“ Diese Art Gedankenphilosophie als Einstieg zu einem Kriminalroman ist ungewohnt! Sie verwirrt, verirrt, irritiert. Jetzt hilft nur – vor allem bei eingefleischten Krimi-Konsumentinnen/Krimi-Konsumenten – Neugierde aufkommen zu lassen. Will er mit diesem Krimi Spannung vermitteln? Leistet er sich auf Kosten seiner Leserschaft ganz einfach einen überdrehten Spaß? Wie dem auch sei! Der Name des Autors ist ja schließlich ein Qualitätsbegriff, ebenso seine humorige Kultfigur, der Lemming, ein Ex-Polizist, mit bürgerlichem Namen Leopold Wallisch – also weiterlesen!
Zwei parallele, zeitlich weit auseinanderliegende Handlungsstränge gilt es dabei geduldig zu bewältigen. Einerseits die des durch und durch eigenwilligen Lemmings, der hier einmal mehr auf seine unkonventionelle Art einem Entführungsfall, in dessen Mittelpunkt der junge Straßenbahnfahrer Theo Ptak und eine für ihn vorerst attraktive unbekannte, aber angebetete Frau stehen, nachgeht, und andererseits die eines jungen Mannes namens Max, der im 17. Jahrhundert kurz nach dem 30-jährigen Krieg die beiden kauzigen, heute bereits ausgestorbenen Dodo-Vögel Kaspar und Pannonia unter größten Entbehrungen nach einer langen Seereise mit nach Hause bringt, um sie Kaiser Ferdinand zu schenken.
Alles in allem, eine eigenwillige und hintergründig humorvolle Story, bei der immer wieder die sprachverliebten Ambitionen des Autors aufblitzen. Man will auch nach Ende der Lektüre dem Buch seinen Unterhaltungswert nicht absprechen, aber bei Slupetzky legt man halt die Latte doch etwas höher an.
Adalbert Melichar

Slupetzky, Stefan - Die Rückkehr des Lemming
Kriminalroman. Reinbek: Rowohlt 2017. 248 S. - kt. : € 10,30 (DR)
ISBN 978-3-499-29097-8

 

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