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Bücherschau

Klementovic, Roman - Immerschuld

In einer eisigen Winternacht verschwinden zwei Jugendliche

Ein kleiner fiktiver österreichischer Ort namens Grundendorf, nah an der Grenze zur Slowakei. In einer eisigen Winternacht verschwinden zwei Jugendliche spurlos. Die örtliche Polizei tappt im Dunkeln, findet keinerlei Anhaltspunkte und mit der Zeit gerät der Fall in Vergessenheit. Doch dann, auf den Tag genau drei Jahre später, werden wieder zwei junge Menschen vermisst. Die Medien wittern eine Tragödie und in dem kleinen Dorf wächst die Nervosität. Als eine misshandelte Leiche gefunden wird, bricht Panik aus.
So liest sich der Thriller „Immerstill“. Nun liegt der Nachfolgeroman „Immerschuld“ vor. Im Hintergrund schwingt das seinerzeitige grausige Geschehen nach, da absolut nichts geklärt werden konnte. Patrick quittiert seinen Polizistenjob und zieht sich aus der Dorfgemeinschaft total zurück. Auch zu seinen Großeltern hatte er den Kontakt abgebrochen, zudem ihn sein Großvater schroff ablehnt. Doch dann holt ihn das unerklärliche Verschwinden seiner Cousine Julia aus seinem selbstgewählten Asyl. Weil Patrick aber das Vertrauen in seine ehemaligen Kollegen verloren hat, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren. Bestärkt vom Fund zweier schrecklich verstümmelter toter Hunde, von denen einer Julia gehört hat.
Prompt gerät er allerdings selbst mehr und mehr in Verdacht, etwas mit Julias Verschwinden zu tun zu haben, zumal noch zwei weitere Personen, eine junge Frau und der Dorfdoktor, abgängig sind. Eine der beiden wird wenig später, tot in einem Fahrzeug sitzend, aus einem Weiher am Dorfrand gezogen. Auch diese Tat will man nunmehr Patrick anlasten, da es sich um Patricks Auto handelt und dieser keinen Diebstahl gemeldet hat. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Patrick muss vor seinen Polizeikollegen flüchten. Er wird letztlich eines Doppelmordes beschuldigt. Er selbst ist jedoch überzeugt, dass es eine Person aus dem Dorf sein muss, die alles daransetzt, dass er als Schuldiger dasteht.
Wie schon im Vorgänger-Roman schildert der Autor mehr als ausdrucksvoll die beklemmende und bedrohliche Enge des Dorfes und die teilweise Verbohrtheit seiner Bewohner. Eine atemberaubende Lektüre, bei der man nach der Lösung direkt lechzt! Diese ist derart skurril und unvorhersehbar – mehr soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden. Der Showdown spricht von Extraklasse, mit dem man nie und nimmer gerechnet hatte. Hätte ich Sterne als Bewertung zu vergeben, so würde ich über diesen Thriller eine Handvoll drüberstreuen!
Adalbert Melichar

Klementovic, Roman - Immerschuld
Thriller. Meßkirch: Gmeiner 2017. 347 S. - br. : € 15,50 (DR)
ISBN 978-3-8392-2066-5

 

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