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Bücherschau

Feifar, Oskar - Gendarmentod

Ein Krimi aus Niederösterreich

Bezirksinspektor Leopold Strobel, ehemaliger Postenkommandant in dem kleinen (fiktiven!) niederösterreichischen Dorf Tratschen, ist auf Geheiß eines Polizeikollegen zur Wiener Kriminalpolizei gewechselt. Als Neuer im Team muss er natürlich auch nicht besonders aufregende Dienste, wie das Bewachen von Banken, übernehmen. Eines Tages aber, knapp vor Ende eines ereignislosen Schichtdienstes, stürmt ein Räuber in die Bank. Strobel gelingt es in der Folge, diesen zur Aufgabe seines verwerflichen Vorhabens zu überreden. Nun ist der ehemalige Postenkommandant ein gefeierter Mann und für wichtigere Aufgaben ausersehen. Diese lassen auch nicht lange auf sich warten!
Es ist ein Bombenkrater mit menschlichen Körperteilen, der neben der Autobahn entdeckt wird. Offenbar ein Mordfall! In Strobels Abteilung hält man den Atem an. Eine mysteriöse Sache! Die Stimmung in der Öffentlichkeit ist völlig aufgeheizt! Doch bald kommt man nach akribischen Recherchen dem Täter näher und näher. Bis dieser letztlich bei einem Verhör in der Rennwegkaserne die Angelegenheit völlig eskalieren lässt. In die Enge getrieben, zieht der Verdächtige zwei Waffen aus seinen Sakkotaschen, richtet ein Blutbad an und kann die Flucht aus der Rennwegkaserne durch die Oberzellergasse ergreifen. Bei der darauffolgenden weitläufigen Jagd nach dem Gewalttäter, die ebenfalls ihre Opfer fordert, übernimmt Strobl eine Schlüsselposition.
Der biedere Bezirksinspektor ist aber auch anderen Herausforderungen ausgesetzt. Da ist zum einen seine Frau Doktor, die endlich auf einen Heiratsantrag wartet und im wahrsten Sinne auf den „Hund gekommen ist“. Da ist auch eine mannstolle Pathologin, bei der es die „Berufsreifeprüfung“ im Wiener Kriminaldienst abzulegen gilt, und nicht zuletzt die jugoslawische Putzfrau im Amt, die augenscheinlich unter häuslicher Gewalt leidet. Auch um sie kümmert sich der menschenfreundliche Gesetzeshüter, ohne zu ahnen, dass sie ihm zum Verhängnis wird.
Fazit: Mit diesem neuen Kriminalroman (der sechste Fall mit Leopold Strobel) bietet der Autor in unnachahmlicher Art Krimiliteratur vom Feinsten. Es ist zum einen das kumpelhafte „Du“, mit welchem er die Leserin/den Leser anspricht und dadurch voll in die Handlung eintauchen lässt, und zum anderen aber auch die bestechende, überaus spannende bildhafte und mystisch orientierte Erzählweise. Es sei hier nicht unerwähnt, dass die gesamte Story auf einem wahren Geschehnis basiert. Und zwar handelt es sich dabei um einen der brutalsten Mörder der österreichischen Kriminalgeschichte. Dem Amokläufer Ernst Dostal. Der Maschinenbau-Ingenieur hielt im Juni des Jahres 1973 die Öffentlichkeit tagelang im Bann. Nachdem er am 13. Juni 1973 seinen besten Freund auf bestialische Art ermordet hatte, schoss er sich am 22. Juni 1973 während eines Verhörs in der Rennwegkaserne einen Fluchtweg frei. Es gelang ihm, nachdem er einige Beamte schwer verletzt hatte, aus dem Gebäude durch die Oberzellergasse zu entkommen. Zwei Tage später tötete er auf seiner Flucht ein ihm völlig unbekanntes Ehepaar. Nach einer wilden Verfolgungsjagd wurde der mehrfache Mörder gestellt und richtete sich schließlich wegen völliger Ausweglosigkeit selbst.
Adalbert Melichar

Feifar, Oskar - Gendarmentod
Ein Krimi aus Niederösterreich. Meßkirch: Gmeiner 2017. 277 S. - kt. : € 12,40 (DR
ISBN 978-3-8392-2113-6


 

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