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Bücherschau

Alfonso, Vicente - Die Tränen von San Lorenzo

Das plötzliche und unheimliche Verschwinden der geheimnisvollen Nina

„Wie bilden sich unsere Erinnerungen? Verändern sie sich, passen sie sich an, reifen sie im Laufe der Zeit? Oder bleichen sie aus wie Zeitungspapier in der Sonne? Vielleicht geht es uns mit Ereignissen manchmal wie mit trübem Wasser: Erst wenn der aufgewirbelte Schlamm sich gesetzt hat, wird im Gedächtnis sichtbar, was wir die ganze Zeit geahnt haben.“
Mir diesen Gedanken entführt uns der Erzähler des Buches in die Geschichte über die Ayala-Zwillinge. Er wollte eigentlich die Therapiesitzungen seines Zöglings Remo Ayala niederschreiben, von ihrer ersten Bekanntschaft 1995 bis weit über dessen tragischen Tod im Dezember 2004 hinaus. Doch erst als ihm sein Versagen als Therapeut bewusst wurde, und ihn seine Schuldgefühle dazu trieben, seine Praxis zu schließen und sich der Aufklärung des Falles Ayala zu widmen, wurde aus seinen mühsam aneinandergereihten Sätzen eine Geschichte.
Eine Geschichte, die von dem Zwillingen Romulo und Remo Ayala handelt, die einander so unähnlich und doch so schicksalhaft verbunden waren. Eine Geschichte über den brutalen Mord an dem Zauberer Farid Sabag, der ein Wegbegleiter der Zwillinge und auch Bekannter ihres Vaters, dem Richter Don Bernardo, war. Eine Geschichte über das plötzliche und unheimliche Verschwinden der geheimnisvollen heiligen Nina – war auch sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen?
Vincente Alfonso verknüpft die schicksalhaften Begegnungen seiner Protagonisten zu einem niveauvollen und spannenden Roman, und er lässt sie Remos Therapeuten und einen Journalisten, der das Verschwinden der Nina recherchiert, erzählen. Zu verschiedenen Zeiten spielend und über die Menschen, die sie verbindet, konkretisiert sich am Ende alles zu einem klaren Bild, nachdem der Schlamm sich endlich gesetzt hat.
Sabine Diamant

Alfonso, Vicente - Die Tränen von San Lorenzo
Roman. Zürich: Unionsverlag 2017. 216 S. - fest geb. : € 20,60 (DR)
ISBN 978-3-293-00515-0

 

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