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Bücherschau

Massey, Jeremy - Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

Roman aus dem Bestatter-Gewerbe

Paddy Buckley ist Bestatter, Witwer und obendrein mit einem unfreiwilligen persönlichen Charme ausgestattet, der auf so manche Frau beinahe unwiderstehlich wirkt. So auch bei der überaus attraktiven Lucy Wright, deren kürzlich verstorbener Ehemann ein würdiges Begräbnis erhalten soll. Während eines Beratungsgesprächs in der Wohnung der Wrights kommt es zu einem heftigen Liebesspiel, während dem Lucy auf Grund von Herzversagen den Tod findet. Paddy, obwohl an dem Todesfall unschuldig, gelingt es mittels dubioser Machenschaften, diesen peinlichen „Unfall“ zu verschleiern, wenn da nicht die bildhübsche Tochter des Opfers wäre, die der magischen Anziehungskraft des smarten Leichenbestatters ebenfalls nicht widerstehen kann.
In noch ärgere Schwierigkeiten gerät Paddy Buckley aber dadurch, dass er mitten in der Nacht einen Mann überfährt und Fahrerflucht begeht. Zu allem Unglück handelt es sich bei dem Unfallopfer um den Bruder von Irlands größtem Gangsterboss. Wenig später wird Paddy in die Höhle des Löwen gerufen und bekommt den Auftrag, ein standesgemäßes Begräbnis zu arrangieren. Während dieser Besprechungen meldet sich jedoch ein Zeuge, der den biederen Bestatter als Todeslenker identifiziert und diesen aus Geltungssucht und Anbiederung dem Gangsterboss ans Messer liefert. In der Folge kommt es zu ziemlich turbulenten und zum Teil grausamen Szenen. Der fesche Paddy, der insgeheim seiner verstorbenen Frau tief verbunden geblieben ist, sollte aber durch Schlauheit, unverfrorener Durchtriebenheit und Glück ungeschoren davonkommen.
Hat man diesen Spannungsroman zur Hand genommen und ein wenig angelesen, so ist man sehr bald geneigt, diesen auch gleich wieder wegzulegen. Vordergründig drängen sich Begriffe wie Dreigroschenroman, seichte Literatur, „Drüberstreuer“ und Ähnliches auf. Aber man sollte doch weiterlesen! Über kurz oder lang gesellen sich nämlich mehr und mehr der tiefgründige schwarze Humor und die ungehemmte Erzählfreude der Iren dazu. Das garantiert kurzweilige Unterhaltung und Spannung. Da der Autor einer angesehenen irischen Bestatter-Dynastie aus Dublin entstammt und in diesem Gewerbe auch tätig ist, nimmt man als Leserin/Leser vieles, bisher aus diesem Metier völlig Unbekanntes gerne als Information mit. Wenn sich auch der Autor manchmal allzu detailverliebt in Schilderungen ausbreitet, die durchaus zur erfolgreichen Ablegung einer Konzessionsprüfung für das Bestatter-Gewerbe gereichen würden.
Adalbert Melichar

Massey, Jeremy - Die letzten vier Tage des Paddy Buckley
Roman. München: Carl´s Books 2017. 268 S. - br. : € 15,50 (DR)
ISBN 978-3-570-58555-9
Aus dem Engl. von Herbert Fell

 

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