Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Bücherschau

Herrmann, Elisabeth - Stimme der Toten

Kriminalroman zu aktueller Cyber-Kriminalität

Der neue Roman ist der zweite Thriller um Tatortreinigerin Judith Kepler, wobei die Vorgeschichte aus dem ersten Roman „Zeugin der Toten“ in den neuen Band einfließt. Auch dieser Roman beleuchtet die Vergangenheit Deutschlands, die ehemalige DDR mit ihren Stasi-Agenten, aber auch jene Menschen, die bei der Republikflucht scheiterten, und beschäftigt sich mit jenen Kindern, die in Heimen umerzogen und eine neue Identität bekamen, so wie die Heldin des Buches, Judith Kepler.
Dieser Roman zeigt aber auch das neue Deutschland im Osten, wo rechtradikale Zellen ganze Ortschaften prägen. Und letztendlich erzählt der Roman die Geschichte von Judith Kepler, die im Westen Fuß gefasst hat. Sie arbeitet in der Reinigungsfirma Dombrowski Facility Management, wo sie nicht nur Büros und Banken mit ihrer Putzstaffel reinigt, sondern durch ihre besondere Gewissenhaftigkeit auch als Tatortreinigerin fungiert, die gerufen wird, die Spuren des Todes zu beseitigen.
In einer großen Berliner Bank ist ein Mann aus großer Höhe in die Tiefe gestürzt. Judith Kepler beseitigt die Blutspuren. Nachdem sie im Waschraum auch welche findet, äußert sie Zweifel an der Selbstmordtheorie der Kriminalpolizei. Sie gerät ins Visier einer Gruppe von Verschwörern, die planen, die Bank zu hacken und Millionen heimlich zu transferieren. Ihr Anführer ist Bastide Larcan, der viel um die Vergangenheit von Judith Kepler weiß.
Durch Zufall beobachtet sie ein kleines Mädchen, das stundenlang mit Zigarettenpackungen in der Kälte vor dem gegenüberliegenden Wohnblock steht. Judith Kepler gelingt es, die Wohnung aufzubrechen, und findet die Mutter des Kindes tot in ihrem Schlafzimmer. Sie ruft Polizei und Fürsorge und nimmt sich vorübergehend der kleinen Tabea an. Das Mädchen kommt jedoch zu ihrem Vater, der ein Haus in einem Dorf von Rechtsradikalen besitzt, die die Vergangenheit wieder beleben wollen. Judith Kepler besucht dort Tabea und wird Zeugin dubioser Bräuche. Doch ihre Rolle in der Cyber-Attacke gegen die Bank ist noch nicht abgeschlossen!
Elisabeth Herrmanns neuer spannender Roman verbindet die Komponente der Vergangenheit mit aktueller Cyber-Kriminalität, die in der heutigen Zeit von Internet und Twitter die Politik und Wirtschaft stark beeinflussen kann. Ein Kriminalroman der ungewöhnlichen Art, geschrieben von einer der besten im deutschen Sprachraum. Interessant und spannend von der ersten Seite an, dazu kommt noch ein fulminantes Finale mit Schüssen, Tricks und Toten!
Peter Lauda

Herrmann, Elisabeth - Stimme der Toten
Kriminalroman. München: Goldmann 2017. 537 S. - fest geb., € 20,60 (DR)
ISBN 978-3-442-31391-4

 

Artikel weiterempfehlen

© ÖGB-Verlag | Mit freundlicher Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich / Kultur