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Bücherschau

Grebe, Camilla - Wenn das Eis bricht

Gescheiterte Existenzen, kaputte Familien und sehnsuchtsvolle Liebe

Der Psychothriller ist der erste Roman Camilla Grebes, den sie im Alleingang schreibt. In der Wohnung des reichen Geschäftsmanns Jesper Orre wird die Leiche einer brutal ermordeten Frau aufgefunden. Ihr Kopf ist abgetrennt und liegt so gegen die Tür gerichtet, dass die toten Augen starr dorthin blicken. Von dem Geschäftsmann fehlt jede Spur.
Vor zehn Jahren gab es einen ähnlichen Fall, der bis zum heutigen Tag unaufgeklärt ist. Die Kriminalpsychologin Hanne, die damals ermittelte, wird von Peter Lindgren, mit dem sie einst eine innige Beziehung verband, zur Unterstützung des Teams angefordert. Doch Hanne leidet an beginnender Alzheimer-Erkrankung, Fakten von damals und heute verschwimmen.
Der überaus interessante Roman über gescheiterte Existenzen, kaputte Familien und sehnsuchtsvolle Liebe wird aus mehreren Ich-Perspektiven erzählt, aus der Sicht von Peter Lindgren, dem Kommissar, aus der Sicht von Hanne, der Kriminalpsychologin, und aus der Sicht von Emma, einem völlig gestörten Wesen aus gestörten Verhältnissen. Das mag anfangs für den Leser beschwerlich sein, dass die Erzählperspektive nach jeweils etwa dreißig Seiten wechselt. Hat man sich jedoch dareingefunden, so kommt man Schritt für Schritt einem furiosen Psychofiasko auf den Grund, was Spannung pur bedeutet! Dass der Roman 600 Seiten braucht, um das Rätsel zu lösen, zeugt von fundamentalem psychologischen Wissen, das die Verhaltensweisen der Personen charakterisiert.
Ein glänzender Roman, der durch Ungewöhnlichkeit besticht, aber auch ein Schweden-Thriller üblicher Art, bitter kalt und grausam! Ein Buch, das auch Arne Dahl uneingeschränkt empfiehlt.
Peter Lauda

Grebe, Camilla - Wenn das Eis bricht
Psychothriller. München: btb 2017. 606 S. - br. : € 15,50 (DR)
ISBN 978-3-442-75717-6
Aus dem Schwed. von Gabriele Haefs

 

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