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Bücherschau

Weinhengst, Hans - Turmstraße 4

Facetten eines Proletarier-Elends - und Geschichte des Esperanto

Der nach der griechischen Insel „Kreta“ benannte berüchtigte Teil des Wiener Arbeiter-Bezirkes Favoriten war während der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre von Massenquartieren geprägt. So wohnten im Haus Turmstraße (heute: Kempelengasse) Nr. 4 an die 300, in winzigen Zellen zu siebent oder zu acht zusammengepferchte Menschen. Unzufriedenheit, Krawalle und lärmende Auseinandersetzungen mussten in diesem Umfeld Alltag sein.
Über alle Facetten dieses Proletarier-Elends berichtet eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Veröffentlichung: Einmal, weil es sich um ein literarisches Zeugnis längst vergessener Arbeiter-Kultur handelt, das auf Recherchen des Autors in „seinem“ Wohnklotz in der Trostlos-Straße basiert. Dann, weil das Buch im Original in Esperanto, in der vom polnisch-jüdischen Augenarzt Luwik Lejzer Zamenhof (1859-1917) entwickelten Plansprache, verfasst wurde. Schließlich, weil der Herausgeber Kurt Lhotzky die Gelegenheit zur Publikation einer „Geschichte des Esperanto“ nutzte, die eine echte Forschungslücke in der Aufarbeitung der Geschichte der Arbeiterbewegung schließt.
Fritz Keller

Weinhengst, Hans - Turmstraße 4
Hg. und Nachw. „Die Geschichte des Esperanto“ von Kurt Lhotzky. Wien: Edition Atelier 2017. 206 S. - fest geb. : € 22,00 (DR)
ISBN 978-3-903005-35-8
Aus dem Esperanto von Christian Climpa

 

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