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Bücherschau

Grieser, Dietmar - Schön ist die Welt

Schauplätze der Musik

Der Bestsellerautor Dietmar Grieser hat, von seinen Fans schon sehnsüchtig erwartet, wieder ein Buch herausgebracht. Diesmal ist es ein launiger „Reiseführer“, der uns an die verschiedensten Schauplätze der Musik im weitesten Sinn entführt.
Nun könnte man meinen, es ist ohnehin schon alles in der Musikliteratur gesagt oder geschrieben. Aber Dietmar Grieser ist für seine akribische Suche und seine rastlose Neugier bekannt und findet immer wieder interessante und unbekannte Details zu den verschiedensten Themen. Es ist seine große Begabung, aus dem umfassenden Wissen, das er auf seinen vielen Reisen „aufsammelt“, spannende neue Geschichten zu „komponieren“.
Dabei werden viele Hintergrundinformationen mit persönlichen Erlebnissen zu einem neuen Kapitel zusammengefügt. In seinem typischen Schreibstil (leicht, persönlich und amüsant) plaudert er zum Beispiel über die große Liebe des Commendatore Giovanni Battista Meneghini zu einer Diva der klassischen Opernwelt, nämlich seiner Frau Maria Callas. Oder er spürt dem tragischen Geschehen rund um den Tod von Anton Webern, der 1945 in Mittersill erschossen wurde, nach. Es gelingt ihm, die Entstehungsgeschichten bekannter Werke in der Vergangenheit und die Erinnerung daran mit der heutigen Zeit gekonnt zu verbinden – zum Beispiel im Kapitel über die Figur der Madame Butterfly. Oder er schildert die Biedermeieridylle des Ferdinand Raimund und gleichzeitig die bitterarme Situation der Köhler und Taglöhner. Aufhänger ist das bekannte Lied „So leb denn wohl, du stilles Haus“ (über eine Delogierung), das er mit der heutigen Situation Gutensteins, einer noch immer zauberhaften und besuchenswerten Gegend in Niederösterreich verbindet.
Grieser spannt den Bogen von der großen Oper bis hin zum Wienerlied, von Brahms bis Slezak und weckt so das Interesse vieler Musikliebhaber. Und der feine Humor bleibt, wie immer bei Dietmar Grieser, nicht zu kurz. Man liest amüsiert über das eine, ganz bestimmte und namentlich bekannte Blumenmädel in Richard Wagners „Parsifal“, das einen damals unerhörten, aber doch beinahe vertuschten Skandal in den letzten Tagen seines Lebens heraufbeschwor. Im Kapitel „Wiener Affären“ kann man (besonders als Wiener) genüsslich über die einstigen Skandale, die die Wiener Musikszene (Karajan, Gulda etc.) erschütterten, nachlesen. Die Empörung und das Echo in der Presse war damals groß (Stichwort „Mozart und ein Furz“) und ist sicher vielen Lesern noch lebhaft in Erinnerung.
Ein großes Thema, viele Geschichten, wieder ein typisches Grieser-Buch. Es erfüllt sicher mit Grandezza die hohen Erwartungen „seines“ Publikums und bietet jedem interessierten Leser ein spannendes und entspannendes Lesevergnügen. Aber das Buch regt auch an, sich selber auf die Spuren der beschriebenen Schauplätze zu begeben!
Renate Oppolzer

Grieser, Dietmar - Schön ist die Welt
Schauplätze der Musik. Wien: Amalthea 2017. 269 S. - fest geb. : € 25,00 (KM)
ISBN 978-3-99050-096-5

 

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