Bücherschau

Bednar, Kurt - Der Papierkrieg

Die Auseinandersetzung zwischen Washington und Wien 1917/18

Kaum bekannt: Während Amerika schon seit April 1917 im Krieg gegen Deutschland stand, erklärten die USA erst am 7. Dezember 1917 auch Österreich-Ungarn den Krieg. Offen blieb und bleibt bis heute, welche Gründe zu diesem drastischen Schritt gegen Wien geführt haben.
Leidtragende waren hunderttausende Einwanderer aus dem Reich Habsburgs, die durch den Krieg zunächst an der Rückkehr gehindert worden waren und nun sogar ins Heer der USA gezwungen werden konnten. Jedoch wurde zwischen den amerikanischen Soldaten und jenen der Donaumonarchie kaum gekämpft. Die Auseinandersetzungen fanden weder auf Schlachtfeldern noch mittels Angriffen in der Luft oder auf hoher See, sondern hauptsächlich auf Papier statt, waren somit diplomatischer Natur. Die Anerkennung einer unabhängigen Tschechoslowakei brachte die Monarchie aber schließlich ins Wanken, den Rest besorgten die zum Teil undurchsichtigen Vorgänge auf der Pariser Friedenskonferenz 1919.
Kurt Bednar legt mit seinen umfangreichen Nachforschungen sowohl in Österreich als auch in den USA offen, dass der Konflikt unter den Nationalitäten von außen kräftig angeheizt wurde. Die heutige Weltmacht USA, damals noch international unerfahren, stieg spät in den Krieg ein und versuchte mit enormem Aufwand Informationen über Europa zu sammeln und sich so auf die Verhandlungen in Paris vorzubereiten. Der gute Wille geriet jedoch rasch unter die Räder der europäischen Mächtepolitik. Auf Grundlage ausgedehnter Recherchen in namhaften Archiven und Bibliotheken schildert der Autor in diesem Buch spannend und detailreich die Geschichte eines
kampflos ausgefochtenen Krieges!
Renate Oppolzer

Bednar, Kurt - Der Papierkrieg
Die Auseinandersetzung zwischen Washington und Wien 1917/18.  Innsbruck: Studienverlag 2017. 504 S. fest geb. : € 34,90 (GE)
ISBN 978-3-7065-5648-4

 

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